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Finanzen

Steuerliche Fallstricke für Auswanderer: So vermeiden Sie teure Fehler

Auswanderer müssen viele steuerliche Aspekte beachten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Hier sind die wichtigsten Punkte, die Sie kennen sollten.

RedaktionVerbraucher Meldungen
Nichts wie raus aus Deutschland? Was an der Grenze aber nicht sofort endet: die Steuerschuld.
Nichts wie raus aus Deutschland? Was an der Grenze aber nicht sofort endet: die Steuerschuld.

Das Auswandern ist ein aufregendes Abenteuer, sei es aus Liebe, für einen besseren Job oder einfach für ein milderes Klima. Doch bevor Sie die Koffer packen, sollten Sie sich intensiv mit den steuerlichen Pflichten auseinandersetzen, die auf Sie zukommen könnten. Das Finanzamt ist bekannt dafür, vor dem Wegzug noch einmal kräftig abzuschöpfen – und das kann Jahre später ebenfalls der Fall sein. Hier sind die zentralen Fragen und Antworten, die Sie kennen sollten.

Zuallererst sollten Auswanderer dem Finanzamt ihre neue Adresse melden und offene Steuerangelegenheiten klären. Selbstständig tätige Personen müssen zudem ihr Gewerbe abmelden. „Das Finanzamt wird in der Regel nachfragen“, erklärt die Steuerrechtsexpertin Esther Seibt-Pfitzner. Wichtige Fragen sind etwa, ob Rückkehrpläne bestehen oder ob eine Betriebsstätte in Deutschland erhalten bleibt. Diese Informationen sind entscheidend, um die steuerlichen Konsequenzen des Wegzugs zu ermitteln.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Müssen Sie auch nach dem Auswandern Steuererklärungen abgeben? Ja, wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, muss dies für die Jahre bis zum Wegzug rechtzeitig erledigen. Das wird häufig vergessen, was dazu führen kann, dass das Finanzamt Steuerschätzungen vornimmt oder im schlimmsten Fall ein Steuerstrafverfahren einleitet.

Nach dem Wegzug bleibt man in der Regel weiterhin steuerpflichtig für bestimmte Einkünfte in Deutschland, wie beispielsweise Mieteinnahmen aus Immobilien. Der Wohnsitzstaat erhebt meist Steuern auf das weltweite Einkommen. Deutschland hat mit über 100 Ländern Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen, um eine doppelte Besteuerung zu vermeiden. Dennoch können sich steuerliche Belastungen erhöhen, da diese Abkommen nicht immer alle praktischen Probleme lösen, wie Seibt-Pfitzner betont.

Ein häufiges Missverständnis betrifft Erbschaften und Schenkungen. Diese können auch nach dem Wegzug steuerpflichtig sein, insbesondere wenn sie den Freibetrag überschreiten. In den ersten Jahren nach dem Wegzug sind alle Schenkungen und Erbschaften weltweit betroffen, ab dem fünften Jahr nur noch bestimmte Vermögensarten in Deutschland.

Ein weiterer Aspekt ist die so genannte Wegzugsteuer, die auf Beteiligungen an Kapitalgesellschaften anfällt. Hierbei wird der Wegzug so behandelt, als hätte der Auswanderer seine Anteile zum aktuellen Marktwert verkauft, was zu einer fiktiven Steuerlast führen kann, ohne dass tatsächlich Einnahmen erzielt wurden. Dies gilt auch für bestimmte Fonds und ETFs, bei denen die Wegzugsteuer ab 2025 in Kraft tritt.

Für Selbstständige und Freiberufler gibt es die Entstrickungsteuer, die bei der Verlagerung des Betriebsvermögens ins Ausland greift. Hierbei wird der Unterschied zwischen Buchwert und Marktwert besteuert, was insbesondere bei immateriellen Wirtschaftsgütern problematisch sein kann.

Für Auswanderer mit komplexen finanziellen Verhältnissen ist es ratsam, frühzeitig einen Steuerberater hinzuzuziehen. So können Sie möglicherweise Gestaltungsspielräume nutzen und Ihre Steuerlast reduzieren. Ein gut geplanter Umzug kann nicht nur Ihre Lebensqualität verbessern, sondern auch helfen, finanzielle Hürden zu überwinden.

mit dpa

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