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Finanzen

Sorgerechtsverfügung: So sichern Sie das Wohl Ihrer Kinder auch über den Tod hinaus

Die rechtzeitige Regelung eines Sorgerechts ist für Eltern unerlässlich. Erfahren Sie, wie Sie sicherstellen, dass Ihre Kinder im Notfall gut betreut werden.

RedaktionVerbraucher Meldungen
Was, wenn Mama nicht mehr ist? Eltern sollten die Frage der Vormundschaft für den Fall ihres eigenen Todes im Idealfall in einer Sorgerechtsverfügung festhalten.
Was, wenn Mama nicht mehr ist? Eltern sollten die Frage der Vormundschaft für den Fall ihres eigenen Todes im Idealfall in einer Sorgerechtsverfügung festhalten.

Im Falle des unerwarteten Verlusts von Eltern stellt sich oft die Frage: Wer kümmert sich um die minderjährigen Kinder? Um sicherzustellen, dass die Betreuung im Sinne des Kindes erfolgt, sollten Eltern eine Sorgerechtsverfügung aufsetzen. Dies empfiehlt die Berliner Fachanwältin für Familienrecht, Eva Becker. Durch eine solche Verfügung legen Mütter und Väter fest, wer nach ihrem Tod die Vormundschaft für ihre Kinder übernehmen soll.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Taufpaten automatisch die Vormundschaft erhalten, wenn die Eltern versterben. Eva Becker, die auch Vorsitzende des Ausschusses Familienrecht im Deutschen Anwaltverein ist, macht deutlich, dass dies nicht der Fall ist. Kirchliche Rituale wie Patenschaften haben keinerlei rechtliche Relevanz im Zivilrecht. Eltern müssen aktiv bestimmen, ob ihre Taufpaten als Vormund in Frage kommen.

Die Aufsetzung einer Sorgerechtsverfügung sollte idealerweise in Form eines notariellen Testaments oder Erbvertrags erfolgen. Auch wenn eine handschriftliche Notiz rechtlich bindend sein kann, birgt sie das Risiko, verloren zu gehen oder zerstört zu werden. Um sicherzugehen, dass die Verfügung im Ernstfall auch tatsächlich zur Anwendung kommt, ist es ratsam, einen Anwalt oder Notar zu konsultieren.

In einer Sorgerechtsverfügung benennen Eltern eine Person, die im Falle ihres Todes die Verantwortung für das Kind übernehmen soll. Diese Person trifft Entscheidungen in wichtigen Lebensbereichen, wie Betreuung, Erziehung und Finanzen. Stirbt jedoch zunächst nur ein Elternteil, bleibt das Sorgerecht beim anderen Elternteil. Erst wenn beide Elternteile ausfallen, wird die Verfügung relevant.

Wichtig ist eine klare und eindeutige Benennung des Vormunds. Vor der Erstellung sollten Eltern die ausgewählte Person fragen, ob sie bereit ist, diese Verantwortung zu übernehmen. Zudem ist es ratsam, eine Ersatzperson zu benennen, falls der ursprüngliche Vormund nicht verfügbar ist. Eine Begründung für die Wahl des Vormunds kann für das Familiengericht hilfreich sein, um die Übereinstimmung mit dem Kindeswohl zu prüfen.

Um sicherzustellen, dass die Sorgerechtsverfügung im Todesfall schnell aufgefunden wird, sollten Eltern eine Kopie in einem zentralen Ordner mit wichtigen Dokumenten aufbewahren. Auch der benannte Vormund sollte informiert sein, wo die Verfügung zu finden ist. So kann das Verfahren zur Vormundbestellung zügig eingeleitet werden und das Wohl des Kindes steht an erster Stelle.

Die rechtzeitige Planung und Regelung des Sorgerechts ist eine entscheidende Verantwortung, die Eltern nicht vernachlässigen sollten. Indem sie proaktiv handeln, können sie sicherstellen, dass ihre Kinder im Falle eines unerwarteten Verlusts gut betreut werden und in einer liebevollen Umgebung aufwachsen.

mit dpa

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