Finanzen
Riester-Reform: Wechseln oder Behalten? Ein Blick auf die Optionen
Riester-Sparer stehen 2027 vor neuen Möglichkeiten. Was bedeutet die Reform für bestehende Verträge und wie sollten Sparer reagieren?

Die Reform der Riester-Rente nimmt Gestalt an und eröffnet ab dem 1. Januar 2027 neue Perspektiven für Sparer. Mit der Einführung des Altersvorsorgedepots können Anleger ihr Kapital flexibler und potenziell rentabler anlegen. Doch was geschieht mit den bestehenden Riester-Verträgen? Grundsätzlich bleibt festzuhalten: Wer mit seinem aktuellen Vertrag zufrieden ist, muss nichts unternehmen. Die bisherigen Verträge genießen Bestandsschutz, und staatliche Zulagen fließen weiterhin.
Trotz dieser Sicherheit zeigt eine Umfrage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, dass die Zufriedenheit unter Riester-Sparern eher gering ist. Rund die Hälfte der bestehenden Verträge wurde bereits gekündigt oder liegt still. Jana Bauer, Geschäftsführerin des BVL, rät dennoch dringend von einer Kündigung ab, da die staatlichen Zulagen verloren gehen und zurückgezahlt werden müssen. Eine klügere Entscheidung könnte es sein, den Vertrag beitragsfrei zu stellen. So bleibt das angesparte Kapital erhalten, und Sparer können später wieder einsteigen, wenn sich ihre Lebensumstände ändern.
Für diejenigen, deren Auszahlungsphase kurz bevorsteht, könnte es sinnvoll sein, diese bis nach dem Stichtag zu verschieben. Ein Wechsel in das neue Auszahlprodukt könnte so möglich werden, was mehr Flexibilität und potenziell geringere Kosten mit sich bringt. Die Reform ermöglicht es ab 2027, aus drei Produktkategorien zu wählen, darunter das Altersvorsorgedepot und neue Rentenversicherungen mit unterschiedlichen Garantielevels. Diese Veränderungen könnten insbesondere für Geringverdiener von Vorteil sein, die von staatlichen Zuschüssen profitieren.
Ein Vergleich der neuen Produkte ab Anfang 2027 wird sich lohnen. Die Auswahl reicht von 100-Prozent-Garantieprodukten bis hin zu Angeboten mit 80-Prozent-Garantie, die mehr Renditechancen bieten, aber auch höhere Risiken mit sich bringen.
Die Entscheidung, welches Produkt am besten geeignet ist, hängt von der individuellen Lebenssituation und Risikobereitschaft ab. Daher sollten Verbraucher sich rechtzeitig informieren und gegebenenfalls unabhängige Beratung in Anspruch nehmen. Die bevorstehenden Änderungen bieten eine Chance, die eigene Altersvorsorge neu zu denken und optimal zu gestalten.
mit dpa