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Finanzen

Rentensteigerung ab Juli: Was bleibt wirklich übrig?

Ab Juli erhalten über 20 Millionen Rentner eine Rentenerhöhung von 4,24 %. Doch wie viel bleibt netto im Portemonnaie der Ruheständler nach Abzügen?

RedaktionVerbraucher Meldungen
Am 1. Juli 2026 steigen die gesetzlichen Renten in ganz Deutschland um 4,24 Prozent.
Am 1. Juli 2026 steigen die gesetzlichen Renten in ganz Deutschland um 4,24 Prozent.

Ab dem 1. Juli dürfen sich mehr als 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner über eine erfreuliche Rentenerhöhung von 4,24 Prozent freuen. Der neue Rentenwert steigt von 40,79 Euro auf 42,52 Euro pro Entgeltpunkt. Doch die Frage, die viele Ruheständler beschäftigt, ist: Wie viel von dieser Erhöhung bleibt tatsächlich im Geldbeutel?

Die Lohnsteuerhilfe Bayern (Lohi) hat die Zahlen analysiert und liefert interessante Einblicke. Bei einer Bruttomonatsrente von 500 Euro erhöht sich die Rente um 21,20 Euro, während Rentner mit 1.000 Euro monatlich 42,40 Euro mehr erhalten. Bei 1.500 Euro sind es bereits 63,60 Euro, und bei 2.000 Euro steigt die Rente um 84,80 Euro. Auf den ersten Blick klingt das vielversprechend, doch die Realität sieht anders aus.

Ein erheblicher Teil dieser Zuwächse wird durch Abzüge für die Kranken- und Pflegeversicherung geschmälert. Ruheständler müssen den allgemeinen Beitragssatz zur Krankenversicherung von 14,7 Prozent und den durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent zur Hälfte selbst tragen. Bei der Pflegeversicherung, die für Kinderlose 4,2 Prozent beträgt, müssen Rentner die Kosten vollständig übernehmen.

Wenn man diese Abzüge in Betracht zieht, bleibt von den initialen Zuwächsen nur noch ein Bruchteil übrig. Bei einer Rente von 500 Euro beispielsweise verbleiben nach Abzügen noch etwa 18 Euro. Bei 1.000 Euro Rente sind es rund 37 Euro, bei 1.500 Euro etwa 55 Euro und bei 2.000 Euro immerhin 74 Euro. Der ursprüngliche Zuwachs von 4,24 Prozent reduziert sich somit auf einen Netto-Zuwachs von lediglich 3,7 Prozent.

Zusätzlich wird die Rentenerhöhung auch noch besteuert, was das verfügbare Einkommen weiter reduziert. Tobias Gerauer von Lohi weist darauf hin, dass Rentner, die den steuerlichen Grundfreibetrag überschreiten, das Plus mit ihrem persönlichen Steuersatz versteuern müssen. Der Grundfreibetrag liegt derzeit bei 12.348 Euro für Alleinstehende und 24.696 Euro für Verheiratete.

Ruheständler sollten sich also bewusst sein, dass die Rentenerhöhung nicht so großzügig ausfällt, wie es zunächst scheint. Abzüge und Steuern mindern die Ersparnisse erheblich, sodass viele Rentner mit einem schmaleren Nettoeinkommen rechnen müssen, als sie vielleicht erwarten. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Reformen die Situation für die Ruheständler verbessern werden.

mit dpa

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