Finanzen
Kapitalauszahlung aus Betriebsrente: Vorsicht vor der Steuerfalle!
Über 20 Millionen Deutsche haben eine betriebliche Altersvorsorge. Bei der Auszahlung drohen steuerliche Nachteile, die viele nicht einkalkulieren.

In Deutschland verfügen mehr als 20 Millionen Arbeitnehmer über eine betriebliche Altersvorsorge. Diese Zahl, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlicht hat, verdeutlicht, wie wichtig diese Form der Altersvorsorge geworden ist. Bei der Entscheidung, ob das angesparte Kapital als Einmalzahlung oder in Form einer monatlichen Rente ausgezahlt werden soll, stehen viele vor einer entscheidenden Wahl. Doch Vorsicht: Eine Kapitalauszahlung kann zu einer unerwarteten Steuerfalle werden, auf die nicht jeder vorbereitet ist.
Laut dem Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) kann eine einmalige Auszahlung aus einer Direktversicherung, Pensionskasse oder einem Pensionsfonds die steuerliche Belastung erheblich erhöhen. Die Geschäftsführerin des BVL, Jana Bauer, macht deutlich, dass die gesamte Kapitalauszahlung als steuerpflichtiges Einkommen im jeweiligen Jahr zählt. Dies kann dazu führen, dass der persönliche Steuersatz signifikant ansteigt, was bei einer monatlichen Rentenauszahlung in der Regel nicht der Fall ist.
Die steuerliche Behandlung in der betrieblichen Altersvorsorge ist komplex. Wenn die Beiträge während der Ansparphase steuerfrei waren, etwa durch eine Entgeltumwandlung, wird die spätere Auszahlung in voller Höhe besteuert. Nur wenn die Beiträge bereits versteuert wurden, bleibt die Auszahlung meist steuerfrei – eine Tatsache, die viele Arbeitnehmer häufig übersehen.
Arbeitnehmer, die über eine Kapitalauszahlung nachdenken, sollten sich daher unbedingt im Vorfeld genau informieren. Eine Berechnung des Nettobetrags ist unerlässlich, um zu verstehen, wie viel vom Brutto tatsächlich übrig bleibt. Diese Überlegung sollte im Vergleich zur monatlichen Betriebsrente angestellt werden. Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine können hierbei wertvolle Unterstützung bieten. Letztlich kann die richtige Entscheidung über die Art der Auszahlung einen erheblichen Einfluss auf die finanzielle Situation im Alter haben.
mit dpa