Finanzen
Heizungswechsel in WEG: So nutzen Sie alle Fördermittel effektiv
Mit dem Wechsel zu einer umweltfreundlichen Heizungsanlage können Wohnungseigentümergemeinschaften von erheblichen staatlichen Zuschüssen profitieren. Hier erfahren Sie, wie Sie alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen.

Der Wechsel zu einer klimafreundlichen Heizungsanlage ist nicht nur ein Schritt in Richtung Umweltschutz, sondern kann auch eine lukrative finanzielle Unterstützung durch den Staat bedeuten, insbesondere für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG). Allerdings ist die Förderlandschaft oft undurchsichtig, und viele Eigentümer lassen potenzielle Zuschüsse ungenutzt verstreichen. Experten raten, sich nicht ausschließlich auf den Antrag der WEG zu verlassen, da dies zu erheblichen finanziellen Einbußen führen kann.
Für die Installation einer neuen Heizungsanlage, wie etwa einer Wärmepumpe, stellt die WEG in der Regel nur den Basisantrag bei der KfW. Bei Genehmigung erhält die Gemeinschaft die Grundförderung sowie gegebenenfalls einen Effizienzbonus. Doch viele Eigentümerinnen und Eigentümer sind sich nicht bewusst, dass sie zusätzlich individuelle Boni beantragen können, die ihre Förderungen erheblich steigern können.
Ein besonders attraktives Angebot ist der Geschwindigkeitsbonus, der bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten beträgt, sofern der Austausch bis Ende 2028 abgeschlossen ist. Auch Haushalte mit einem Jahresbruttoeinkommen von maximal 40.000 Euro können von einem Einkommensbonus in Höhe von 30 Prozent profitieren, vorausgesetzt, sie ersetzen eine fossile Heizung durch eine nachhaltige Variante, die mindestens 65 Prozent erneuerbare Energie nutzt.
Die verschiedenen Förderungen addieren sich und können insgesamt bis zu 70 Prozent der Kosten abdecken. Ein Beispiel verdeutlicht die finanzielle Auswirkung: Eine WEG mit acht Einheiten plant den Austausch ihrer fossilen Heizung gegen eine moderne Erdwärmepumpe. Die Kosten belaufen sich auf 150.000 Euro, wovon nur 121.000 Euro förderfähig sind. Bei gleichmäßigen Anteilen erhält jede Einheit somit eine Förderung von bis zu 10.588 Euro.
Um die maximale Förderung zu sichern, ist es ratsam, frühzeitig relevante Unterlagen bereitzulegen. Dazu gehören die Meldebestätigung, der Grundbuchauszug sowie die notwendigen Einkommensteuerbescheide für den Einkommensbonus. Außerdem sollten Eigentümer ihre Verwaltung rechtzeitig um Informationen aus dem WEG-Basisantrag bitten, um fristgerecht einen Zusatzantrag stellen zu können.
Sandra Duy, Expertin für energetische Sanierung bei „Finanztip“, betont: "Gerade bei größeren Sanierungsprojekten ist eine genaue Prüfung der Fördermöglichkeiten unerlässlich." Wer sich gut vorbereitet, kann nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch erheblich sparen.
mit dpa